Haus Burgund-Franche-Comté

 
 

Vorträge und Lesungen 

 

Tafeln im Burgund des 15. Jahrhunderts
Ein Augen- und Gaumenschmaus

Montag, 24. September 2018
19.00 Uhr im Erbacher Hof (Kettlersaal)

© Anna Schmidt Photographie


Noch heute lässt einem allein der Gedanke an die vielen schmackhaften burgundischen Spezialitäten und die köstlichen Burgunderweine das Wasser im Mund zusammenfließen. Wer wäre nicht mit einem Bœuf bourguignon zu locken? Wer ließe sich nicht gerne einen Nuits-Saint-Georges, einen Vosne-Romanée oder einen Meursault munden? Wer nicht gerne mit einem Kir erfrischen? Und wer unter all denen, deren Mund bei dem Gedanken an all diese Köstlichkeiten wässrig wird, wäre nicht gerne auch bei einem der berühmt-berüchtigten burgundischen Bankette des 15. Jahrhunderts zugegen gewesen, bei denen nicht nur köstliche Speisen aufgetischt wurden, sondern bei denen diese Gaumenfreuden auch noch durch zahlreiche Augenfreunden bereichert und gesteigert wurden? Diese sogenannten „entremets“, unter denen man sich zwischen die einzelnen Gerichte („entre les mets“) geschobene spektakuläre und symbolisch hochgradig aufgeladene Inszenierungen vorzustellen hat, konnten – wie 1454 beim Fasanenfest – von einer nahezu nackten Dame, aus deren Brust „Hypocras“, ein beliebter gewürzhaltiger Digestiv, sprudelte, und einer Rosenwasser verspritzenden Vorform des Brüsseler Manneken-Pis über einen feuerspeienden Drachen bis hin zu wilden Männern und einem einen Elefanten mit sich führenden Riesen reichen, auf dessen Rücken, in einem Turm platziert, der als klagende Frau verkleidete, die gefangene ecclesia symbolisierende Olivier de la Marche saß, dem wir die lebhafte Schilderung dieses Banketts verdanken.

Vortrag von Dr. Jessika Nowak, Departement Geschichte (Allgemeine Geschichte des Mittelalters) der Universität Basel
Eintritt frei

In Zusammenarbeit mit dem Erbacher Hof / Akademie des Bistums Mainz