Haus Burgund Mainz


 
 

Vorträge und Lesungen

 


David Wagner
Der vergessliche Riese

Dienstag, 22. Oktober 2019, 18.30-20.30 Uhr im Haus Burgund Mainz
Buchvorstellung und Lesung im Rahmen des Tags der Bibliotheken


Eine Familie erlebt einen Rollentausch: Der Vater, zweifach verwitwet, ist wieder Kind geworden. Er braucht Betreuung und wird sein Haus verlassen müssen, denn er vergisst, was gerade eben noch gewesen ist. Immer wieder erzählt er seine Liebesgeschichten, und manchmal phantasiert er.

David Wagner schafft etwas, das sehr kostbar ist: Er zeigt einen Menschen, der – obwohl er nur noch in der Gegenwart lebt und allmählich verschwindet – unverwechselbar bleibt mit all seinen liebenswerten Eigenheiten und den Erinnerungen, die er noch hat. Die Zärtlichkeit, die der Erzähler ihm bei seinen Besuchen und auf zahlreichen Autofahrten zu Orten der Vergangenheit entgegenbringt – „hier haben wir gewohnt, Papa, hier hast du gearbeitet, hier bist du aufgewachsen“ –, berührt tief, auch die Geduld, der Humor, das Ausbleiben von Hadern und Wut. Ganz leise, fast unmerklich, schreitet die Demenz voran, doch sie verläuft hier ohne Schrecken. Der alte Galan, den seine Brüder wie früher Valentino nennen, ist glücklich, obwohl er weiß, was mit ihm ist. Ein großes Thema unserer Zeit, das immer mehr Menschen betrifft. Und eine unvergessliche Erzählung.

David Wagner (*1971) debütierte mit dem Roman „Meine nachtblaue Hose“. Es folgten der Erzählungsband „Was alles fehlt“, das Prosabuch „Spricht das Kind“, die Essaysammlungen „Welche Farbe hat Berlin“ und „Mauer Park“, die Kindheitserinnerungen „Drüben und drüben“ (mit Jochen Schmidt), der Roman „Vier Äpfel“, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, und „Ein Zimmer im Hotel“. 2013 wurde ihm für sein Buch „Leben“ der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen, 2014 erhielt er den Kranichsteiner Literaturpreis und war erster „Friedrich-Dürrenmatt-Gastprofessor für Weltliteratur“ an der Universität Bern. 2018 wurde der Autor mit dem Schriftsteller-Stipendium im Rahmen des Kulturabkommens zwischen Burgund-Franche-Comté und Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.

Hans Thill, Leiter des Künstlerhauses Edenkoben, spricht ein Grußwort.

Eintritt frei

Colas Breugnon fête ses 100 ans
100 Jahre Colas Breugnon

Donnerstag, 28. November 2019, 18.30-20.30 Uhr
Haus Burgund Mainz

Dieser ungewöhnliche Roman Romain Rollands präsentiert uns in Colas Breugnon einen Burgunder von echtem Schrot und Korn zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Ein Meister seines Berufs, er ist Schreiner und Holzbildhauer, zudem sprachgewandt, aufrecht, mutig und listig, genießt Colas burgundisches Essen und Wein. Wir begleiten ihn durch die Wirrnisse seiner Zeit.

Romain Rolland (1866-1944) wurde in Clamecy/Burgund geboren. Der Roman Colas Breugnon entstand 1913, wurde jedoch erst 1919 in einem völlig veränderten historischen Kontext veröffentlicht.

Résumé und Lesung in deutscher Sprache
Referent: Wolfgang Kalinowsky, Studiendirektor i.R.

Eintritt frei

 

 
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