Haus Burgund Mainz


 
 

Vorträge und Lesungen

 

Dienstag, 17. September 2019, 18.30-20.30 Uhr im Haus Burgund Mainz
Vortrag in französischer Sprache

Claude-Nicolas Ledoux, architecte de la liberté (1736-1806) : De la Saline Royale d’Arc-et-Senans à la cité idéale
Claude-Nicolas Ledoux, Architekt der Freiheit (1736-1806) : Von der Königlichen Saline in Arc-et-Senans zur Idealstadt

 

© BFC Tourisme

Neben Etienne-Louis Boullée und Jean-Jacques Lequeu gehört Claude-Nicolas Ledoux zu den Revolutionsarchitekten. Seine Laufbahn ist zunächst klassisch: nach einer akademischen Ausbildung führt er mehrere Bauvorhaben in Paris und der französischen Provinz durch. Er wird von Madame Du Barry, der Mätresse König Ludwigs XV., gefördert und baut ihren schönen Pavillon in Louveciennes. So erhält er den Großauftrag zum Bau neuer Salinen in der Franche-Comté in der Nähe von Salins, die man heute besichtigen kann.

© BFC Tourisme


Ausgehend von diesem Industriebauwerk entwickelt er eine neue Stadt, die Idealstadt Chaux, die zwar nur zu einem kleinen Teil gebaut wird, deren Pläne aber veröffentlicht werden. Ledoux baut das Theater von Besançon, Hauptstadt der Provinz Franche-Comté, und die Pavillons de l’Octroi von Paris, Zollgebäude für die in die Hauptstadt eingeführten Waren. Während der Revolution als Baumeister des Ancien Régime in Ungnade gefallen, verbringt er zwischen Gefängnis und Armut ein trauriges Lebensende, hinterlässt jedoch neben hunderten futuristischen Plänen ein 1804 veröffentlichtes spirituelles Testament: L’architecture considérée sous le rapport de l’art, des mœurs et de la législation. Emil Kaufmann sollte es in den Jahren 1933-1934 mit seinem Werk Von Ledoux bis Le Corbusier: Ursprung und Entwicklung der Autonomen Architektur bekannt machen und seine Modernität zeigen.



Der Referent, Pierre Bodineau, war bis 2013 u.a. Professor für Rechtsgeschichte an der Universität Dijon. Er unterrichtete an verschiedenen regionalen Verwaltungsinstituten und wurde 1985 zum Präsidenten des Wirtschafts- und Sozialrat von Burgund gewählt (bis 2004).

Eintritt frei



David Wagner
Der vergessliche Riese

Dienstag, 22. Oktober 2019, 18.30-20.30 Uhr im Haus Burgund Mainz
Buchvorstellung und Lesung im Rahmen des Tags der Bibliotheken


Eine Familie erlebt einen Rollentausch: Der Vater, zweifach verwitwet, ist wieder Kind geworden. Er braucht Betreuung und wird sein Haus verlassen müssen, denn er vergisst, was gerade eben noch gewesen ist. Immer wieder erzählt er seine Liebesgeschichten, und manchmal phantasiert er.

David Wagner schafft etwas, das sehr kostbar ist: Er zeigt einen Menschen, der – obwohl er nur noch in der Gegenwart lebt und allmählich verschwindet – unverwechselbar bleibt mit all seinen liebenswerten Eigenheiten und den Erinnerungen, die er noch hat. Die Zärtlichkeit, die der Erzähler ihm bei seinen Besuchen und auf zahlreichen Autofahrten zu Orten der Vergangenheit entgegenbringt – „hier haben wir gewohnt, Papa, hier hast du gearbeitet, hier bist du aufgewachsen“ –, berührt tief, auch die Geduld, der Humor, das Ausbleiben von Hadern und Wut. Ganz leise, fast unmerklich, schreitet die Demenz voran, doch sie verläuft hier ohne Schrecken. Der alte Galan, den seine Brüder wie früher Valentino nennen, ist glücklich, obwohl er weiß, was mit ihm ist. Ein großes Thema unserer Zeit, das immer mehr Menschen betrifft. Und eine unvergessliche Erzählung.

David Wagner (*1971) debütierte mit dem Roman „Meine nachtblaue Hose“. Es folgten der Erzählungsband „Was alles fehlt“, das Prosabuch „Spricht das Kind“, die Essaysammlungen „Welche Farbe hat Berlin“ und „Mauer Park“, die Kindheitserinnerungen „Drüben und drüben“ (mit Jochen Schmidt), der Roman „Vier Äpfel“, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, und „Ein Zimmer im Hotel“. 2013 wurde ihm für sein Buch „Leben“ der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen, 2014 erhielt er den Kranichsteiner Literaturpreis und war erster „Friedrich-Dürrenmatt-Gastprofessor für Weltliteratur“ an der Universität Bern. 2018 wurde der Autor mit dem Schriftsteller-Stipendium im Rahmen des Kulturabkommens zwischen Burgund-Franche-Comté und Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.

Hans Thill, Leiter des Künstlerhauses Edenkoben, spricht ein Grußwort.

Eintritt frei

Colas Breugnon fête ses 100 ans
100 Jahre Colas Breugnon

Donnerstag, 28. November 2019, 18.30-20.30 Uhr
Haus Burgund Mainz

Dieser ungewöhnliche Roman Romain Rollands präsentiert uns in Colas Breugnon einen Burgunder von echtem Schrot und Korn zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Ein Meister seines Berufs, er ist Schreiner und Holzbildhauer, zudem sprachgewandt, aufrecht, mutig und listig, genießt Colas burgundisches Essen und Wein. Wir begleiten ihn durch die Wirrnisse seiner Zeit.

Romain Rolland (1866-1944) wurde in Clamecy/Burgund geboren. Der Roman Colas Breugnon entstand 1913, wurde jedoch erst 1919 in einem völlig veränderten historischen Kontext veröffentlicht.

Résumé und Lesung in deutscher Sprache
Referent: Wolfgang Kalinowsky, Studiendirektor i.R.

Eintritt frei

 

 
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