Haus Burgund Mainz

 
 

Vorträge und Lesungen 

 

 

Jules Renard (1864-1910)


Mittwoch, 20. Februar 2019, 18.30 Uhr im Haus Burgund Mainz
Vortrag aus Anlass des 155. Geburtstags von Jules Renard


„Durch den, der ich bin, wurde ich zum Misanthropen.“, schreibt der Humorist und fundamentale Pessimist Jules Renard in seinem Tagebuch. Renard, als Sohn eines Bauunternehmers im Morvan aufgewachsen, beherbergte jenseits seines charmanten Auftretens tief in sich verborgen ein dunkles Alter Ego. Seine Misanthropie nährt sich aus seinem chronischen Misserfolg und seiner Unfähigkeit, mit den großen Namen der französischen Literatur mitzuhalten. Einzig seine kurzen autobiographischen Erzählungen L´Ecornicheur (Der Schmarotzer) und Poil de Carotte (Rotfuchs) sowie seine Tiergeschichten Histoires naturelles wurden ein Erfolg.

Dass Jules Renard, der Mitglied der Académie Goncourt war, heute seinen festen Platz in der französischen Literaturlandschaft hat, verdankt er vor allem seinem posthum veröffentlichten Tagebuch. Eine Sammlung von Aphorismen, scharfen, ironischen und philosophischen Reflexionen über Gott und die Welt, über seine Familie, seine Schriftsteller-Kollegen, ein schier unerschöpflicher Fundus an Maximen, kleinen und großen Wahrheiten, die dem heutigen Leser noch großen intellektuellen Genuss bereiten.

Die Referentin Suzanne Bohn entführt in das Leben eines Menschen, der an seiner Dualität – dem Duell zwischen Jules Renard und seiner künstlerischen Schöpfung, Rotschopf mit der Opferhaltung – zugrunde ging.

Eintritt frei