Haus Burgund Mainz

 
 

Vorträge und Lesungen 

 

Gustave Courbet – ein Rebell

Le Gouffre de Conches (© CRT FRANCHE-COMTE / Musée COURBET)

Mittwoch, 08. Mai 2019, 18.30-20.30 Uhr im Haus Burgund Mainz

Am 10. Juni 1819 erblickte Gustave Courbet in Ornans das Licht der Welt – eine Welt, die er mit seiner Malerei wie kein zweiter Künstler des 19. Jahrhundert kritisch betrachten und mit seiner radikal realistischen Malerei hinterfragen sollte. In diesem Jahr 2019 jährt sich somit zum 200. Mal der Geburtstag des Künstlers, dessen Werk der Kunsthistoriker Werner Hofmann wie folgt beschrieb: „Seine Kunst schuf der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts ihr zentrales Gravitationsfeld. Seine wichtigsten, in der Mitte des Jahrhunderts entstandenen Werke fassen dessen erste Hälfte zusammen und bereiten die zweite vor.“ Besser kann man die prägende Rolle Courbets nicht umreißen. Courbets Realismus polarisierte in den Akademien, beim Publikum und vor allem bei der Kunstkritik wie kaum eine zweite Position in Frankreich. Der Vortrag berichtet über den Widerstand, den Courbet erfuhr, und zeichnet seinen Einfluss auf deutsche Künstler nach, die ihn regelrecht kultisch verehrten. Vor allem soll der Vortrag aber eine Hommage an einen tatsächlich einzigartigen Künstler sein, dessen Kunst dem Niederen, ja dem Hässlichen ein Recht auf Darstellung einräumte, indem er schonungslos das einfache Leben und die damit verbundene Arbeit thematisierte.

Der Referent, Dr. Peter Forster, ist Kustos der Sammlungen 14.-19. Jahrhundert des Museums Wiesbaden. Er leitet die Provenienzforschung und zeichnet für die Koordination der Museumspädagogik verantwortlich.

Eintritt frei

Vortrag im Rahmen der Europawoche

Mit freundlicher Unterstützung der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und bei der Europäischen Union

 Gustave Courbet in seinen Selbstdarstellungen

Dienstag, 14. Mai 2019, 18.30-20.30 Uhr im Haus Burgund Mainz

Autoportrait (© CRT FRANCHE-COMTE / Musée COURBET)

Das selbstdarstellerische Schaffen Gustave Courbets (1819-1877) ist vielgestaltig. Auf ca. 40 Selbstporträts setzt sich der Maler äußerst einfallsreich in Szene und unterläuft dabei vorherrschende Porträttraditionen: Großformatig angelegt und ungewöhnlich appellativ komponiert, dabei vielfach irritierend genrehaft und szenenartig-situativ, treten seine Bildnisse in unmittelbaren Kontakt zum Betrachter. Der Vortrag geht der Motivation und Funktion dieser einzigartigen Selbstbildnisse auf den Grund und untersucht deren Modernität und Zeittypik. In die Betrachtung einbezogen werden neben den gezeichneten und gemalten auch die photographischen (Selbst)Inszenierungen Courbets, seine selbstreferentiellen Gestaltideen der späten 1850er bis 1870er Jahre sowie die seinen Selbstentwurf reflektierenden und popularisierenden Porträtkarikaturen. Wie diese Bildformen zur gezielten Lancierung eines massenkompatiblen Images zusammengedacht und eingesetzt wurden, gilt es zeigen.

Die Referentin, Jun.-Prof. Dr. Stephanie Marchal, forscht im Rahmen einer Lichtenberg-Professur am Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum, dessen stellvertretende Geschäftsführende Leiterin sie ist. Ihre Schwerpunkte liegen neben Künstlerselbstdarstellung u.a. auf französischer und deutscher Malerei und Skulptur des 19. und 20. Jahrhunderts.

Eintritt frei

Vortrag im Rahmen der Europawoche und anlässlich des 200. Geburtstags des Künstlers

Mit freundlicher Unterstützung der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und bei der Europäischen Union

Louis Pasteur – „Heiliger der Wissenschaft“ (1822-1895)
Leben, Wirken, Mythos eines französischen Lebenswissenschaftlers in seiner Zeit

Montag, 03. Juni 2019, 18.30-20.30 Uhr im Haus Burgund Mainz

© CRT Bourgogne-Franche-Comté

Als Louis Pasteur am 28. September 1895 in der Serum-Produktionsstätte des nach ihm benannten Instituts in Villeneuve-l’Étang starb, trug die französische Nation Trauer.

Pasteur war schon zu Lebzeiten ein Mythos und heute gibt es unzählige nach ihm benannte Schulen und in nahezu allen Gemeinden in Frankreich gibt es Straßen, die seinen Namen tragen. Mit der nach ihm benannten Konservierungstechnik für flüssige Lebensmittel – der Pasteurisierung – ist Pasteur allgegenwärtig.

Der Vortrag folgt den wissenschaftlichen Stationen von Pasteurs Wirken von Straßburg über Lille nach Paris bis hin zur Gründung des Institut Pasteur und fasst seine mikrobiologischen Forschungen zur Gärung und seine Arbeiten zur Entwicklung von Impfstoffen zur Bekämpfung verschiedener Infektionskrankheiten wie Milzbrand, der Hühnercholera oder der Tollwut und seine Bedeutung für die Wissenschaft zusammen.

Pasteur war ein streitbarer Mann, der keinem Konflikt aus dem Weg ging. Ein weiterer Aspekt des Vortrags bettet Pasteurs Leben und wissenschaftlichen Werdegang in den kulturellen, sozialen und politischen Kontext seiner Zeit ein und beleuchtet sein ambivalentes Verhältnis zur internationalen scientific community, um abschließend zu diskutieren, wie und warum Pasteur zum Mythos werden konnte.

Der Referent, Dr. Axel Hüntelmann, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin an der Berliner Charité.

Eintritt frei